Die schnellsten zehn Finger von Mittelerde

Mein Name ist Dair, der Schatten bedeutet und ich bin sozusagen ein Kind der Straße, denn meine Eltern sind sehr früh gestorben. Ich habe mich auf den Straßen von Mias Tirith mit Betrügen und Klauen durchgeschlagen, da sich keiner um mich kümmern wollte. Gefasst wurde ich bisher nur einmal, obwohl ich unter den Dieben eine Legende bin und „der Schatten“ genannt werde. Gandalf hat mich dabei erwischt, wie ich ihm die Tasche leeren wollte. War jedoch nachsichtig mit mir, als ich ihm meine Lebensgeschichte erzählt. Er kümmerte sich um eine Ausbildung für mich, sodass ich bald eine sehr gute Kämpferin war. Zum Abschied gab er mir eine Einladung zu Elrond Ringrat und ein Amulett, das mir in schlechten Zeiten Kraft geben soll. Das Klauen konnte ich jedoch nie ganz aufgeben, denn damit bin ich ja sozusagen aufgewachsen und brachte mich aber auch in die schlimmsten Lagen meines Lebens... Die Sonne strahlt mit einer Kraft von zehn Sonnen auf das Land hinunter, während sein Bruder, der Wind die nötige Abkühlung bringt. In Minas Tirith ist die Feierlaune eingezogen, denn der große Krieg ist vorbei und das normale Leben ist nun wieder möglich. Kinderlachen hallt durch die Straßen und es ist wie Musik in meinen Ohren. „Ihr müsst euch einfach ein bisschen tollpatschig anstellen und jemanden anrempeln“, erkläre ich den Straßenkindern das Prinzip des Klauens. Natürlich bin ich schon längst darüber hinweg mir mein Geld zusammen zu stehlen. Die Kinder hatten jedoch nichts, brauchten es aber und ich wollte es ihnen geben. „Ich zeige es euch“, schlage ich vor und winke Boromir zu mir. Er ist das perfekte Opfer für mich. Die Kinder setzen sich lernbereit auf die kleine Mauer und beobachten mich ganz genau. „Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag, Boromir“, begrüße ich meinen alten Gefährten und komme ihm ein paar Schritte entgegen. Dieser lächelt mich freundlich an, da er von meinem Plan noch nichts ahnte, und ich stelle mich etwas tollpatschig an. Ungeschickt falle ich über meine eigenen Füße, direkt in Boromirs Arme. Alles läuft so wie ich es geplant habe. „Passt doch auf, Dair, sonst verletzt ihr euch noch“, meint er ein wenig besorgt und da greife ich ihm unauffällig in seine Tasche. „Ja, ihr wisst doch, dass ich ein kleiner Tollpatsch bin. Aber wenn ihr in der Nähe seid, kann mir ja nichts passieren“, plappere ich vor mich hin und frage mich selber gerade, was ich eigentlich daher rede. Ist das denn wirklich die Wahrheit? Das ist doch eigentlich nur Schwachsinn, obwohl es etwas Wahres an sich hat... Naja egal, es hat seine Wirkung. Mein Opfer ist abgelenkt und ich kann das Ding, das er bei sich trägt, ganz schnell in meiner eigenen Tasche verschwinden lassen. „Dair! Das war wunderbar!“, rufen die Kinder und springen nacheinander von der kleinen Brüstung. „Ach, nicht der Rede wert. Passt ja gut auf euch auf“, verabschiede ich mich von ihnen und schon laufen sie um die nächste Ecke. „Was war wunderbar?“, fragte Boromir verwirrt nach und ich grinste ihn nur freundlich an, drehe mich um und lehne mich an die Brüstung mit dem Rücken zu ihm hin. „Ist nicht so wichtig“, antworte ich geheimnisvoll und ziehe das Ding, das ich meinem Freund abgeknöpft habe, aus der Tasche. Es ist eine kleine schwarze Schachtel und meine Neugierde ist nun endgültig geweckt. Was befindet sich darin? Bevor ich sie jedoch öffnen kann, kommt Boromir näher und entdeckt die kleine Schachtel in meiner Hand. „Dair, gib mir das sofort wieder!“, meint er plötzlich laut und streckt mir seine Hand entgegen. „Erst wenn ich weiß, was darin ist“, sage ich grinsend, laufe ein paar Schritte und verstecke mich hinter einer Säule. Mal sehen was sich darin befindet... „Hab ich euch!“, ruft Boromir siegessicher und reißt mir die Schachtel aus der Hand, bevor ich irgendwie reagieren kann. „Ach, kommt schon. Lasst mich reinsehen. Ihr wisst genau wie neugierig ich bin!“, flehe ich ihn an und versuche die geheimnisvolle Schachtel wieder zu erlangen, doch es ist hoffnungslos. Mein alter Gefährte ist einfach zu groß und viel zu stark für mich... Aber dafür bin ich gerissen und er ein Frauenheld. Die perfekte Kombination für mich. „Oh nein! Mir wird plötzlich schwindelig!“, klage ich und es klingt wirklich echt. Wäre ich an Boromirs Stelle, hätte ich mir selber geglaubt. Damit es auch echt aussieht lege ich mir die Hand auf die Stirn und lasse mich zu Boden fallen. Wie geplant fängt mich Boromir auf, aber er ist nicht so leicht reinzulegen, wie ich es mir erhofft habe. „Dair, ich sorge mich wirklich um euer Wohl, doch auf euer Theaterspielchen falle ich nicht hinein“, enttarnt er mich und beleidigt öffne ich wieder die Augen. „Aber ihr müsst zugeben, dass es überzeugend war“, versuche ich ein wenig meinen Stolz zu retten und Boromir nickt zustimmend, während er mir beim Aufstehen hilft. „Nun gut, dann lasst mich halt nicht in euer geheimnisvolles Schächtelchen schauen“, murmele ich traurig und seufze tief, während ich zur Brüstung gehe, um mir die Stadt anzusehen. „Das funktioniert auch nicht“, meint mein Freund nur und ich verdrehe schnaubend die Augen. „Sagt mal, Boromir, was funktioniert denn bei euch?“, frage ich ihn ernst und ziehe einen leichten Schmollmund. Er lehnt sich nach vorne und grinst ein wenig: „Das mit dem Schmollmund funktioniert schon recht gut, doch ich weiß, worauf ihr hinauswollt.“ Provozierend nimmt er das Schächtelchen und hält es mir vor die Nase. Empört sehe ich ihn an und falle wirklich auf den ältesten Trick hinein. Blitzschnell versuche ich nach der Schachtel zu greifen, doch Boromir zieht sie weg, bevor ich sie auch nur mit den Fingerspitzen berühren konnte. „Seht ihr, ich kenne euch doch besser als ihr glaubt. Ich verspreche euch, dass ihr schon bald den Inhalt dieser Schachtel erfahren werdet“, verspricht er mir und lege den Kopf schief. „Das ist fies. Jetzt macht ihr mich nur noch neugieriger“, grummele ich ein wenig beleidigt, doch das bringt ihn nur noch mehr zum Grinsen. „Gebt mir einen Tipp“, bitte ich ihn, aber er schüttelt nur lächelnd den Kopf und frustriert setze ich mich auf die kleine Brüstung. „Boromir! Ärgert ihr wieder die arme kleine Dair?“, fragt Gandalf und gesellt sich in unsere kleine Runde. „Ja! ... Wartet mal, sagtet ihr klein?“, frage ich nochmal nach, doch ich bekomme nur Gelächter als Antwort. „Hey, wer ärgert hier wen?“, ist die Frage von Boromir und ich zaubere ein unschuldiges Lächeln auf meine Lippen. „Natürlich ärgert ihr mich. Wie könnte ich, ein armes kleines Ding, euch großen Krieger ärgern?“, antworte ich ihm und mein Freund zieht nur skeptisch eine Augenbraue nach oben. „Ihr armes kleines Ding? Ich glaube, ich habe mich verhört. Ihr seid vielleicht klein, aber keineswegs arm. Ihr nutzt die Schwächen anderer schamlos aus“, erwidert Boromir und ich sehe ihn nur empört an... Verdammt! Er hat auch noch Recht. „Ein Wunder eigentlich, dass ihr euch beiden erst in Bruchtal kennengelernt habt“, murmelt der alte Zauberer gutmütig und lacht leise. „Ihr habt Recht, Gandalf. Wir wohnen in derselben Stadt und sind uns vorher noch nie begegnet“, stimme ich ihm zu und grübele vor mich hin, denn der Inhalt der Schachtel lässt mich einfach nicht los. Meine Neugierde wird mich irgendwann wirklich noch umbringen... „Aja, weswegen ich eigentlich hier bin ist, dass Aragorn uns sehen möchte“, erinnert sich der Zauberer und grinsend stoße ich Boromir ein wenig zur Seite. „Der Letzte, der dort ist lädt den anderen zum Essen ein!“, fordere ich meinen Freund auf und laufe schon los. „Wartet bei dem Schloss auf mich“, ist das Letzte, was ich von Gandalf höre und wendig zische ich durch die Straßen. Vorbei an Geschäftsleuten, Ständen und spielenden Kindern, doch dann stellt sich ein Karren mir in den Weg und mir kommt eine absurde Idee. Einfallsreich lasse mich auf den Boden fallen und rutsche die kurze Strecke unter dem Pferdekarren durch. „Dair! Du wirst verlieren!“, ruft mir Boromir zu und lachend biege ich scharf um die Ecke. Da musste es ja passieren. Mit voller Wucht knalle ich gegen eine Person, die in einen schwarzen Mantel gehüllt ist, und falle zu Boden. „Es... Es tut mir furchtbar leid, mein Herr“, stottere ich und helfe der Person beim Aufstehen, die zirka so groß ist wie ich. „Nein, es muss euch nicht leid tun. Ihr werdet schon eure gerechte Strafe dafür bekommen“, erwidert diese und ich erstarre sofort in meiner Position. „Ja, ihr habt mich richtig gehört. Ihr werdet büßen für das, was ihr mir angetan habt“, redet der Junge lächelnd weiter und stoßt mich brutal beiseite. Obwohl ich sein Gesicht nicht sehen kann fällt mir auf, dass er eigentlich nicht viel älter als ich sein konnte. „Denkt an meine Worte“, ist seine letzte Drohung und schon verschwindet er hinter der nächsten Ecke, während ich mir den schmerzenden Kopf halte. Ich bin mit ihm gegen die Mauer geknallt und mein Atem geht ruckartig. „Dair? Dair! Was ist mit euch?“, fragt mich Boromir besorgt und kniet sich vor mich hin. „Ich... Ich... Da war ein Junge, mit dem ich zusammengestoßen bin“, antworte ich träge und lasse mir beim Aufstehen helfen. „Kommt, lasst uns weitergehen“, fordert mich mein alter Gefährte auf und zieht mich in Richtung Schloss. Die Zeit dorthin vergeht wie ein Wimpernschlag, denn ich zerbreche mir darüber den Kopf, woher ich diese Augen kannte. Ich habe sie in meinem Leben schon einmal gesehen, doch mir fällt einfach nicht ein woher. „Dair! Boromir! Schön euch zu sehen!“, begrüßt uns der König von Gondor und ich bin mit meinen Gedanken wieder bei der Sache. Aragorn sieht fantastisch und stolz aus, wie er dort auf der Treppe stand und die Arme weit ausbreitete. „Anscheinend habt ihr euch schon gut als König eingelebt, wenn ihr uns so durch die Stadt herumrufen lässt“, erwidert Boromir ironisch und ich muss mir ein Lachen verkneifen. „Boromir! So spricht man doch nicht mit dem König“, tadle ich ihn lächelnd und schüttele empört den Kopf. „Dair hat Recht. Ihr solltet mir mehr Respekt zollen“, stimmt Aragorn wieder mit ein und wir sehen uns nacheinander an. Schallendes Gelächter bricht aus und der König von Gondor schenkt jedem eine Umarmung. „Schnell! Ergreift sie!“, rufen plötzlich die Wachen und ich werde, so schnell konnte ich gar nicht reagieren, umzingelt. „Was? ... Aber! .. Aragorn!“, stottere ich verwirrt und hebe erschrocken die Arme hoch, um nicht von den Speeren erstochen zu werden. „Um Himmels willen! Erklärt mir die Sache sofort, Hauptmann!“, befiehlt er sofort und wird ebenso schnell aufgeklärt. „Die, die ihr eine alte Gefährtin nennt, wurde des Diebstahls bezichtigt und wir müssen sie sofort festnehmen“, erklärt der Hauptmann der Wache und endgültig verwirrt blicke ich zwischen der Wache, Boromir und Aragorn hin und her. „Wer behauptet eine solche Anschuldigung?“, fragt der König von Gondor weiter und geht wie ein Tiger im Käfig auf und ab. „Dieser Junge, Herr“, antwortet der Mann wieder und zeigt auf eine Person in einem schwarzen Mantel. Das durfte es doch nicht geben! Das ist der Junge, den ich vorher niedergerannt habe! Warum tut er nur so etwas? „Dieses fiese Luder rempelte mich brutal an und klaute mir auch noch meine Kette! Das ist ein Erbstück unserer Familie!“, beschuldigt er mich mit wütender Stimme und zeigt mit seinem Finger anklagend auf mich. „Was? Das stimmt doch gar nicht!“, verteidige ich mich, doch das bringt herzlich wenig. Der Hauptmann kommt näher und seine Männer bilden eine Schneise um ihn, damit er zu mir durchkonnte. Boromir nutz seine Chance und stellte sich schützend vor mich hin. „Rührt sie nicht an! Sie ist keine Diebin!“, schlug er sich auf meine Seite, doch er hat ja keine Ahnung, das ich mal eine war. Er weiß nichts von meinem früheren Leben. „Boromir, macht den Weg frei“, meldet sich Aragorn wieder zu Wort und ebenso wie ich sieht er verwirrt drein. Wieso steht mein alter Gefährte und Freund nicht zu mir? „Aragorn, es ist Dair. Sie ist keine Diebin und das wisst ihr genauso gut, wie ich“, wiederspricht er, doch der König antwortet nicht darauf. Er geht an dem Hauptmann und seinen Männern vorbei, ebenso an Boromir und greift in meine Jackentasche. Sein Gesicht verdunkelte sich und er zieht eine lange silberne Kette aus der Tasche. „Was! Ich habe die Kette nicht gestohlen! Der Junge muss sie mir untergejubelt haben“, suche ich nach weiteren Argumenten, doch mein Schicksal ist schon längst besiegelt. „Es tut mir furchtbar leid, Dair, aber ich bin der König und muss handeln“, erklärt mir mein Freund traurig und sieht mir nicht einmal dabei ins Gesicht. „Bitte nicht“, flüstere ich und schon packen mich die Wachen, während der Junge vor Freude jubelt, dass er seine Kette wieder hat oder wohl eher dass er mir ein Leben im Kerker geschenkt hat. Boromir redet auf den König ein und das ganze Volk von Minas Tirith sieht zu wie die Wachen mich in das Schloss brachten. So sehr ich mich auch wehre, es sind eindeutig zu viele und sie sind stark, zu stark. „Lasst mich los! Ich habe nichts getan!“, flehe ich die Wachen an, während ich die Treppen hinab stolpere und die Panik immer weiter in mir hochkriecht. „Seid gefälligst still, Diebin!“, faucht mich der Hauptmann der Wachen an und sperrt die kleinste Zellen von allen auf. Brutal stoßt man mich in diese und mit dem Gesicht voran falle ich in die Drecklacke, die sich am Boden gebildet hat. „Hey, ihr könntet auch ein wenig netter zu mir sein“, meckere ich die Wache an und wische mir das Wasser aus dem Gesicht. „Herzlich willkommen! Das wird euer neues Zuhause für euren Rest des Lebens“, teilt mir mein Zellennachbar mit und mit einem lauten Knall fiel das Tor ins Schloss. „Aber ich bin unschuldig“, jammere ich den Typen voll und mit schleifenden Geräuschen schließen sich die Türen. Plötzlich beschlagnahmt Dunkelheit die Räume und schniefend ziehe ich mich in eine Ecke zurück. „Du warst anscheinend noch nie in einem Gefängnis, Kleine“, vermutet mein Nachbar und fasst durch die Gitter hindurch. Nur Boromir nannte mich immer Kleine... Seine dreckige Hand betatscht meine Schulter und mit einem unterdrückten Schrei rutsche ich in die andere Ecke. „Hallo, ich bin Flynn!“, stellt sich eine zweite Person vor und total verängstigt krieche ich in die Mitte der Zelle. „Wer seid ihr und was habt ihr angestellt?“, fragt die erste Person und kurz überlege ich, ob ich überhaupt antworten soll. Es ist hier so dunkel, da können sie mich nicht sehen, also wozu antworten. „Mein Name ist Dair und ich habe gar nichts angestellt“, überwinde ich mich doch und antworte auf seine Frage. „Klar, das sagen fast alle, die hier hineingezerrt werden, Dair... Dair, seid ihr nicht eine der Gefährten?“, löchert mich Flynn jetzt und skeptisch runzele ich die Stirn. „Ja, bin ... war ich. Jetzt halten mich ja alle für eine Diebin“, seufze ich, „Was habt ihr angestellt?“ „Ich habe Essen gestohlen, weil ich mit meinem Beruf als Fischer meine Familie nicht mehr ernähren konnte“, erzählt Flynn schnell und der Andere antwortet ebenfalls: „Ich war einfach nur gierig. Ich habe eine Frau beglückt und dann ihren Schmuck gestohlen. Ach übrigens, ich bin Lionel.“ Als die Stille so herrschte, wenn man mal von den Klagen der Insassen des Gefängnisses absieht, kommt mir erst das Ausmaß der Katastrophe in den Sinn. „Boromir“, murmele ich. Ihn werde ich nie wieder sehen. Nie wieder mit ihm herumblödeln, ihn bestehlen, ihn zum Lachen bringen... und ich werde nie erfahren, was in der Schachtel ist. Das eigentlich mein kleinstes Problem zurzeit ist... „Boromir? Das ist doch auch einer der Gefährten gewesen“, erinnert sich Flynn und ich nicke kurz. Dann fällt mir ein, dass er es ja nicht sehen kann. „Ja, er ist ein sehr guter Freund, den ich nie wieder sehen werde“, stimme ich ihm zu und eine heiße Träne kämpft sich über mein Gesicht. Ihr folgen noch einige, bis sich Lionel meldet: „Dair, das ist doch nicht auszuhalten! Hört doch auf zu jammern! Ihr werdet hier mit uns verrotten und basta. Daran kann man jetzt auch nichts mehr ändern!“ „Lionel, ihr seid doch wirklich ein unsensibler Hornochse! Dair, hört nicht auf ihn. Er ist schon zu lange im Dunklen, sodass er nicht mehr klar denken kann“, fährt ihn Flynn an und ich lächelte leicht. Sogar hier, im Gefängnis von Minas Tirith, gibt es Hoffnung, auf eine zweite Chance und ein neues Leben. „Danke, Flynn. Das ist lieb von dir, aber er hat Recht. Jammern bringt mir jetzt auch nichts. Wenn es euch nicht stört, würde ich mich gerne ein wenig ausruhen“, bedanke ich mich bei meinem Nachbarn und strecke mich so gut es ging auf dem kalten und harten Boden aus. Müde und erschöpft bin ich. So lässt der Schlaf nicht lange auf sich warten. „Dair, wacht auf“, höre ich eine leise Stimme und verschlafen öffne ich die Augen, die mussten sich aber erst an das Licht gewöhnen. „Boromir? Träume ich?“, frage ich ihn verwirrt und setzte mich aufrecht hin. Der Boden ist alles andere als bequem und der Schlaf war auch nicht wirklich erholend. Er hat mich eher noch mehr ausgelaugt und wie ich aussehen musste möchte ich auch nicht wissen. „Nein, Kleine, ihr träumt nicht. Ich habe nicht viel Zeit, aber ich werde euch hier herausholen. Was auch passieren mag, ich vertraue euch. Ihr habt die Kette nicht gestohlen. Bleibt bitte stark, Dair“, erzählt er schnell, doch mein Hirn kann nur die Hälfte aufnehmen, da ich noch ein wenig verdattert im Kopf bin. Zum Abschied gibt er mir einen zarten Kuss auf die Stirn und kaum ist er verschwunden, falle ich auf die Seite. Sofort empfingen mich wieder Dunkelheit und ein Albtraum. Der Junge, der mich hinter Gitter gebracht hat, enthüllt sein Gesicht, aber es sagt mir nichts. Nur seine Augen, sie sprechen... sie schreien vor Wut und Hass. „Ahhh!“, rufe ich und schrecke endlich aus diesem Traum auf. „Dair? Was ist mit euch?“, fragt Flynn gleich, während Lionel wieder nur vor sich hin meckerte. „Lionel, ihr seid so nervig mit eurer Meckerei. Habt doch Mitgefühl mit Dair. Sie ist gerade erst in diese grausame Welt des Gefängnisses hineingestoßen worden“, fährt mein Nachbar den anderen an und gähnend wische ich mir über das Gesicht. „Hört auf mich andauern zurechtzuweisen, Flynn. Ihr seid nicht Dairs Vater, der sie beschützen muss. Ich denke mal, sie ist eine junge Frau, die für sich selber sprechen kann. Nicht wahr, Dair?“, erwidert Lionel genervt und etwas verwirrt raufe ich mir das Haar. „Ich mische mich in eure Streitigkeiten nicht gerne ein, aber war Boromir hier oder habe ich das nur geträumt?“, frage ich die Beiden und es herrschte kurz Stille. „Ja, Dair, er war hier. Er hat gesagt, dass er nicht viel Zeit habe, aber er hole euch hier heraus, weil er euch und darauf vertraue, dass ihr diese Kette nicht gestohlen hättet“, bestätigt Flynn meine Befürchtung und frustriert lasse ich mich nach vorne fallen. „Nein! Nein! Nein! Das kann es doch nicht geben. Da sehe ich ihn vielleicht das letzte Mal und ich bekomme nichts davon mit“, murmele ich traurig, während Lionel Selbstgespräche mit sich führt. „Dair, habt ihr eigentlich eine Familie?“, führt Flynn das Gespräch weiter und ich wünschte mir, dass die Pfütze etwas tiefer wäre, damit ich darin ertrinken könnte. „Nein, ich habe keine Familie mehr. Die Gefährten waren meine Freunde, meine Familie, doch jetzt hält nur noch Boromir zu mir. Selbst Aragorn, der König von Gondor, hat sich gegen mich gewandt“, antworte ich ihm brav auf die Frage und Lionel mischt sich wieder mit ein: „Sag mal, wie siehst du eigentlich aus?“ „Gott, Lionel. Euch hat man das Hirn rausgeprügelt, bevor man euch hier rein schleppte“, erwidert Flynn und die Beiden fangen einen heftigen Streit an. Ich sagte nichts dazu, weil ich gerade andere Probleme habe. Zum Beispiel ein Junge, der mich hasst, obwohl ich ihn nicht kenne und heftige Kopfschmerzen. Dazu gesellt sich noch ein furchtbar schlechter Geschmack auf meiner Zunge dazu und die Stimmen von meinen Nachbarn lösen immer wieder Schmerzenswellen in meinem Kopf aus. „Ahhh! Lionel sei mal still! Unser Abendessen kommt“, meint Flynn plötzlich und er hat Recht damit, denn das scharrende Geräusch der Türe ist zu hören. Anscheinend verliert man sein Zeitgefühl nicht ganz, sondern nur ein bisschen. „Hier, Neuankömmling, euer Essen“, sagt die Wache und schiebt ein Teller unter der Türe durch. Schnell teilt er auch den anderen ihr Essen aus und wieder empfing uns Dunkelheit. So langsam gewöhne ich mich daran und es ist nicht mehr so erdrückend. Gierig stürze ich mich jetzt auf mein Abendessen und beiße mir fast meine Zähne an dem harten Brot aus. „Dair, kommt, ich teile mein Essen mit euch. Neuankömmlinge bekommen immer das Schlimmste vorgesetzt“, lädt mich Flynn ein und ich lächle leicht. „Ich danke euch“, antworte ich und ertaste Flynns Hand in der Dunkelheit. Auch er hat ein Stück Brot bekommen, aber an seinem beißt man sich wenigstens nicht die Zähne aus. „Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag so?“, frage ich die Beiden schmatzend und fühle mich ein wenig stärker nach dem Essen. „Hmmm... Meistens streiten wir uns, aber manchmal erzählen wir auch ein paar Geschichten aus unserem Leben“, meint Lionel und etwas verdattert ziehe ich die Augenbrauen nach oben. „Nur das? Das ist ja langweilig nach einiger Zeit“, ist meine Meinung dazu und gähnend lehne ich mich an die kalte und feuchte Wand. „Ja, so ziemlich. Ich erzähl euch was, Dair! Lionel hat ein Glühwürmchen einmal für eine Fee gehalten und wurde in seinem alten Heimatsdorf für verrückt erklärt“, erzählt mir Flynn und ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. „Flynn! Ihr seid so gemein!“, ruft Lionel wütend aus und seine Hände fummeln durch die Gitterstäbe. „Argh! Das bin ich, Lionel!“, meine ich erschrocken und klatsche ihm auf seine Hände. „Oh, verzeiht mir bitte. Ich habe vergessen, dass ihr jetzt meine Zelle bewohnt“, entschuldigt er sich, „Aber... Wow! Was ihr für eine Figur habt, nicht schlecht!“ „Ich würde lieber schnell euren Schmuck verstecken, Dair“, rät mir mein Nachbar und ich grinse leicht. Auch wenn ich ihm Gefängnis sitze, die Beiden muntern mich wirklich auf. Wieder das scharrende Geräusch der sich öffnenden Türe und grelles Licht, dass meine Augen kurz blendet. „Wie lange habe ich mir gewünscht, euch hier im Gefängnis zu sehen. Ein Wunsch geht für mich in Erfüllung“, begrüßt man mich, doch die Stimme ist mir völlig unbekannt und nach einigem Blinzeln erkenne ich meinen Gegenüber. „Was wollt ihr von mir?! Ihr habt mich ins Gefängnis gebracht! Seid ihr jetzt zufrieden?! Ihr habt mein Leben zerstört“, fahre ich den Jungen an und stürze zu ihm vor. „Ja, sehr zufrieden, danke der Nachfrage. Vielleicht erkennt ihr die Kette wieder ... und mich auch. Ich gebe euch Zeit zum Nachdenken bevor ihr ... Ach ich möchte nicht vorgreifen. Das Urteil wird euch noch schnell genug mitgeteilt werden“, verabschiedet er sich, während er mir die Kette vor die Füße wirft. Schnell hebe ich sie auf und versuche mit dem restlichen Licht noch etwas zu erkennen. „Oh mein Gott“, murmele ich und mit einem Knall fällt die Tür ins Schloss... Dunkelheit... „Dair? Erkennt ihr die Kette wieder?“, fragt mich Lionel und eine Träne läuft mir über die Wange. „Vorsicht, sonst will er euch die Kette auch noch abknüpfen“, scherzt Flynn und den vernichtenden Blick von Lionel konnte man richtig sehen, obwohl es stockdunkel war. „Ja, das ist ... ist eine lange Geschichte“, antworte ich schniefend und beruhigend wird mir eine Hand auf die Schulter gelegt. „Hehe, wir haben Zeit“, erinnert Flynn und ich fange mit der Geschichte an: „Meine Eltern sind sehr früh gestorben und ich kämpfte mich mit Betrügen und Stehlen durch. Meowin war ein sehr guter Freund und ich behandelte ihn wie einen kleinen Bruder. Aber als man uns verriet, mussten wir fliehen und die Wache erwischte Meowin mit einem Pfeil in der Schulter. Ich hatte gerade erst sechs Winter überstanden und wollte nicht sterben. Also bin ich geflohen und habe meinen kleinen Bruder zurückgelassen. Bis heute hasse ich mich jeden Tag dafür und ich dachte, er sei an diesem Tag gestorben, doch anscheinend ist dem nicht so.“ Meine Gefühle überwältigen mich und schniefend wische ich mir mit dem Ärmel über das Gesicht. „Die Kette klaute ich ihm einen Tag, bevor ich ihn verriet und um mein Leben lief“, beendete ich meine Erzählung und eine kurze Stille herrschte. „Wow. Verrückt möchte ich meinen“, ist Lionels Meinung. Wiedermal nicht gerade aufbauend von ihm, ganz im Gegensatz zu Flynn: „Ihr tut mir leid, Dair. Meowin kann anscheinend die Vergangenheit nicht ruhen lassen ... Dair! Wir müssen euch hier rausholen. Das habt ihr nicht verdient!“ Jetzt herrscht wieder Stille und diese hält auch an, bis wieder dieses scharrende Geräusch zu hören ist. „Dair! Das Urteil ist gefallen. Ihr werdet am Ende des Tages ...“, die Wache machte eine dramatische Pause, während ich erschrocken die Luft anhalte, „zum Tode verurteilt.“ Meine Lunge schnürt sich zu und keuchend rutsche ich an der Wand nach unten. „Ihr werdet jetzt euren letzten Besuch empfangen und danach eure letzte Mahlzeit zu euch nehmen“, redet er weiter, doch mein Leben zieht in diesem Moment an meinem inneren Auge vorbei. „Kleine! Kleine! Es tut mir so leid!“, ruft Boromir beim Reinlaufen und stürzt zu den Gittern der Zelle. „Boromir! Ich bin froh, euch zu sehen“, begrüße ich ihn etwas schniefend und er nimmt meine Hände in seine. „Es tut mir leid, euch nicht hier rausholen zu können. Ich fühle mich grauenvoll euch einfach hierlassen zu müssen und später euch auch noch.... “, seine Stimme bricht und eine Träne läuft über sein Gesicht. Gerührt wische ich ihm die Träne sanft weg und hebe sein Kinn leicht an. „Hey, wer wird denn da Trübsal blasen, Boromir. Es gibt sicher einen Ausweg“, muntere ich ihn auf, obwohl ich selber genau wusste, dass das mein Ende ist. „Ich, denn ich kann euch nicht helfen und das bricht mir das Herz. Was soll ich denn nur ohne euch machen? Ihr seid doch zu meinem Leben geworden“, murmelt er und weitere Tränen folgen der Ersten. So wie er hier vor mir kniet wird mir erst klar, wie viel er mir bedeutet und ich ihm. „Boromir, es ist vielleicht das letzte Mal, dass wir uns sehen werden, also ... Es war wunderschön mit euch in den Krieg zu ziehen und ... und ich...“ beginne ich mit meinem Geständnis, werde aber von der Wache mittendrinnen durchbrochen. „Die Zeit ist vorbei. Ihr müsst jetzt gehen, Herr Boromir“, teilt uns der Mann mit und jetzt kommen auch mir die Tränen. „Bleib stark, Kleine“, verabschiedet er sich und drückt mir einen Kuss auf die Stirn. Es ist als würde man mir mein Herz herausreißen und in den Dreck werfen. So fühlte es sich an, als mein Arm zu kurz wurde und ich Boromirs Hand auslassen musste. „Ich liebe euch!“, rufe ich ihm hinterher und da ist wieder die Dunkelheit. Jetzt geht es erst richtig los. Ein Heulkrampf löst den Nächsten ab. Lionel hatte keine aufmunterten Worte für mich, aber auch Flynn konnte mir nicht helfen. Mein Leben ist verwirkt und würde noch an diesem Abend enden. Stunde um Stunde verging und ich erinnere mich an mein ganzes Leben zurück. Die ersten ungeschickten Diebstähle und die Flucht, die mir jetzt zum Verhängnis wird. Aber die schönsten Ereignisse waren noch immer die erste Begegnung mit Gandalf und der Ringrat. So stolz alle waren diesem beizuwohnen und dann lernte ich erst nach der Zeit jeden der Gefährten richtig kennen. Die schönste Zeit in meinem Leben, obwohl ich jedem Ork zum Opfer fallen hätte können... Lionel hatte schon zwei Wutausbrüche, weil meine Tränen einfach nicht versiegen wollen und meine letzte Mahlzeit habe ich auch nicht angegriffen. „Dair, bitte, hört auf zu weinen. Es gibt sicher einen Ausweg“, versucht Flynn wieder mich zum Lächeln zu bringen, doch ich höre ihm gar nicht zu. Stille...scharrende Geräusche...Jetzt ist es anscheinend soweit! „Kommt jetzt! Euer Urteil wird jetzt verlesen“, fordert die Wache mich auf und zieht mich an der Schulter auf die Beine. Ungeduldig stößt er mich vor sich hin, während ich leise Verabschiedungen von Lionel und Flynn höre und stolpere die Treppe nach oben. Gott, wie ich aussehen musste und wie ich mich fühlte. Schrecklich... Die Gänge sind lange und es kommt mir vor, als würde ich durch das ganze Land gehen und nicht nur durch ein Schloss. „Hier kommt die Gefangene!“, ruft der Mann durch den Gang und das große Tor öffnete sich träge. Tageslicht...oder besser die Abendsonne... Ich dachte schon, ich werde sie, bevor ich sterbe nie mehr wiedersehen. „Dair! Ihr werdet heute zum Tode verurteilt, weil ihr einem Mitmenschen eine wichtige Kette gestohlen habt“, empfängt mich der König von Gondor und ich kann die überwältigende Traurigkeit in seiner Stimme hören. Mir werden die Hände auf den Rücken gebunden und danach auf ein kleines Podest gestellt. Schön, damit mich wahrscheinlich jeder in Minas Tirith sehen kann, weil ich ja nicht gerade groß bin. „Habt ihr noch ein paar letzte Worte die ihr uns mitteilen wollt?“, fragt mich Aragorn und ich nicke übereifrig. „Ja, ich würde mich gerne bei Meowin entschuldigen, denn ich wollte ihn wirklich nicht zurücklassen, aber wie hättet ihr in meiner Situation gehandelt? Da dies ja mein Ende sein wird wollte ich noch sagen, dass ich der Schatten war. Ich war der kleine Dieb, der Minas Tirith in Angst und Schrecken versetzt hatte. So jetzt ist es raus und ich bin bereit für mein Ende“, beichte ich alles und schließe entschlossen die Augen. Etwas Kratziges wird mir um den Hals gelegt... Na toll, auch noch an den Galgen... „Wollt ihr dem Tod nicht ins Auge sehen?“, fragt mich mein Henker und ich antworte ehrlich: „Nein, danke, ich bin nicht so neugierig, um zu sehen wie es endet.“ „Nicht mit uns!“, ruft eine ziemlich bekannte Stimme und ein Aufruhr macht sich in der Masse breit, während ich jetzt doch interessiert die Augen öffne. Jemand kämpfte sich durch die Masse und ein Lächeln zaubert sich auf mein Gesicht. „Boromir!“, keuche ich überrascht und er zieht sein Schwert, als ihn die Wachen angriffen. „Jetzt macht schon!“, kreischt Meowin, doch mein Henker ist jetzt ein wenig beschäftigt. So läuft er die Treppen hoch und ernennt sich zum neuen Henker, während ich versuche meine Fesseln loszuwerden. Mist, wieso müssen die auch so fest sitzen? „Dies ist euer Ende“, sind seine letzten Worte, doch ich lasse mich nicht so schnell unterkriegen. „Meowin, bitte! Ich bin eure Schwester. Nicht eure echte, aber wir waren doch immer füreinander da! Wisst ihr noch, wo wir uns die Äpfel von den Bäumen klauten oder die Fische aus dem Teich von dem alten Hartwan? Meowin, ich denke wirklich jeden Tag an euch und hasse mich wirklich dafür, was ich getan hatte, aber wie hättet ihr in meiner Situation gehandelt?“, versuche ich ihn abzulenken, während mir Tränen runterliefen und ein dicker Klos sich in meinem Hals breitmachte. „Ich ... Ich wäre ... ebenfalls geflüchtet“, gibt er nach einigem Gestotter zu und senkt seinen Blick. Plötzlich fliegt ein Helm durch die Luft und zwar genau in meine Richtung. „Oh, bitte nicht“, murmele ich erschrocken. Einer der Wachen ist umgefallen und hat seinen Helm verloren, der geradewegs auf den Auslöser des Galgens zufliegt. Mit einem Schrei verliere ich den Halt unter meinen Füßen und die Welt um mich herum steht still für diesen einzigen Moment. Das schnalzende Geräusch einer Bogensehne ertönt und ich falle weiter, ohne von einem Seil aufgehalten zu werden. „Hab ich euch, Kleine“, meint Boromir und fängt mich elegant auf, „Jetzt müssen wir eigentlich quitt sein. Ihr rettetet damals mein Leben und ich heute eures.“ „Hört auf zu kämpfen! Dair hat mir die Kette nicht gestohlen!“, gibt Meowin endlich zu und fuchtelt wild mit den Armen umher. „Boromir. Ich dachte, ich sehe euch nie wieder“, schluchze ich leise auf, während er mich auf den Boden absetzt und mir die Fesseln abnimmt. Weinend werfe ich mich ihm um den Hals und er erwidert die Umarmung sofort. Die Welt um uns herum ist in dem jetzigen Moment egal, denn ich bin am Leben und habe ihn an meiner Seite. „Dair! Ihr seid frei, obwohl ihr in eurer Vergangenheit ein kleiner Langfinger ward ... und ich hoffe, ihr könnt mir eines Tages verzeihen! Aber ihr, Meowin, müsst euch dafür verantworten!“, verkündet der König von Gondor und erleichtert atme ich auf. „Ihr habt euch ja Verstärkung geholt“, bemerke ich lächelnd und Boromir zuckt nur leicht mit den Schultern. „Ja, ich dachte mir, alleine schaffe ich das nicht und so holte ich mir die Hilfe von Gimli, Legolas, Faramir und Gandalf, der sich die meisten Sorgen um euch gemacht hat... Wenn wir schon so versammelt sind, könnte ich euch auch gleich den Inhalt der schwarzen Schachtel verraten“, erklärt er lächelnd und fängt an in seiner Tasche zu kramen. Aufgeregt hüpfe ich auf und ab, denn ich war soooo neugierig. Gandalf legt mir beruhigend die Hand auf die Schulter und Boromir zieht die Schachtel aus seiner Tasche. Eigentlich ist mein Leben wieder im Gleichgewicht, so schnell wie man es auch aus diesem gebracht hat. Er hält sie mir entgegen und überdreht öffne ich die Schachtel. Ein wunderschöner silberner Ring blitzt mir entgegen und ich staune nicht schlecht, als er sich dazu noch auf den Boden kniet. „Mal sehen was ihr so angestellt habt, Dair. Ihr habt mich bestohlen, zuerst mein Herz dann auch noch den Ring, dann habt ihr mir das Leben gerettet und mich nicht nur einmal zum Narren gehalten. Dair, ihr seid das Beste, was mir je passiert ist und ich möchte euch fragen: Wollt ihr mich heiraten?“, bittet er mich und ich brauche einige Momente bis ich alles verarbeitet habe. „Ja...Ja!“, rufe ich und stürze mich überglücklich auf ihn, sodass wir beide umfallen und im Dreck herumkugeln. Er möchte mich heiraten, obwohl ich in jungen Jahren ganz Minas Tirith in Schreck versetzt habe! So einen Tag möchte ich trotzdem nicht nochmals erleben. Meowin wurde zur Strafarbeit verdonnert und wir bauten wieder eine Beziehung zu einander auf. Flynn und Lionel konnte ich aus dem Gefängnis rausholen, da Aragorn mir noch etwas schuldig war, Lionel konnte sich nicht wirklich ruhig verhalten und wanderte ein paar Wochen später wieder in seine Stammzelle. Im Gegensatz zu Flynn, der eine Stelle als Hoffischer bekam und seine Familie ernähren konnte. Mein Leben verlief wieder in geregelten Bahnen und es war einfach wunderbar... jeder einzige Augenblick!

24.8.13 22:16

Letzte Einträge: Ballettschuhe vs. Pistolenkugel, Frischer Wind in Miami, Grausame Vergangenheiten, Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde :D, Ich mache was ich will...

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